Gegen die Klischees der Golfer – für fleißige Helfer in der Pflege

Die Vorstandschaft des GLC Schmidmühlen, Frank Käfer, Harald Thies und Reinhard Kämpf (v. l. n. r.) geht erneut mit gutem Beispiel voran und organisiert Anfang September ein Turnier für die „stillen Helfer der Corona-Krise“. Bild: lst

Die Vorstandschaft des GLC Schmidmühlen, Frank Käfer, Harald Thies und Reinhard Kämpf (v. l. n. r.) geht erneut mit gutem Beispiel voran und organisiert Anfang September ein Turnier für die „stillen Helfer der Corona-Krise“. Bild: lst

Golf- und Landclub Schmidmühlen veranstaltet Anfang September Turnier zu Gunsten der stillen Helden der Corona-Krise – Marketing-Vorsitzender Frank Käfer hofft auf bayernweite Beteiligung

Es sind die sogenannten „stillen Helden“, die unsere Gesellschaft in der aktuellen Situation am Laufen halten und durch ihren tagtäglichen Einsatz im Hintergrund während der Corona-Krise glänzen. Ihnen wird normalerweise nur selten Lob zuteil. Ein Grund, warum sich die Vorstandschaft des Golf- und Landclubs (GLC) Schmidmühlen mit Präsidenten Harald Thies, seinem Stellvertreter Reinhard Kämpf und Marketing-Vorsitzenden Frank Käfer etwas Besonderes einfallen haben lassen und einmal mehr in der Oberpfalz eine Vorreiterrolle übernehmen.

Denn sofern Anfang September die Anlage wieder freigegeben und bespielbar sein sollte, wird heuer am 5. und 6. die geplante Club-Meisterschaft im „Vierer“ abgesagt und stattdessen ein zweitägiges Turnier unter dem Motto „Gegen die Klischees der Golfer – für fleißige Helfer in der Pflege!“ ausgespielt. Der Gesamterlös dessen soll dann den „stillen Helfern im Hintergrund“ im Landkreis Amberg-Sulzbach, im Landkreis Schwandorf und in der Stadt Amberg gespendet werden. Im Interview verrät Käfer, was es mit dieser Idee auf sich hat, und wie weit inzwischen die Planungen vorangeschritten sind.

Herr Käfer! Ein Turnier für die vielen Helfer im Hintergrund, die während der aktuellen Pandemie in unserer Region Unglaubliches leisten – wie sind auf diese Idee gekommen?

Frank Käfer: Eigentlich bin ich auf die Idee gekommen, als ich einige Beiträge von typischen Klischee-Golfern gelesen habe. In den Beiträgen ging es in erster Linie nur um die aktuellen Platzsperren und die damit verbundenen Spielverbote. Manche nehmen sich in Ihren Beiträgen so wichtig und zeigen für die aktuelle Situation absolut kein Verständnis, von Solidarität ganz zu schweigen. Des Weiteren finde ich von manchen Medienvertretern organisierte Aktionen, wie in etwa zur gleichen Zeit auf die Balkone zu gehen und zu klatschen, wenig konstruktiv. Es sieht zum Einen komischt aus und zum Anderen hilft es den Helfern nicht weiter. Dem zu folge habe ich mir überlegt, was zu organisieren, was tatsächlich bei den Hilfskräften ankommt und auch finanziell etwas bringt. Außerdem bietet es den Golfern mal die Gelegenheit zu zeigen, wie begeistert sie von unseren Helfern wirklich sind und wie viel ihnen das auch Wert ist. Wer mich kennt, der weiß dass ich mich hier nicht ausnehme!

Was genau ist an den beiden Tagen Anfang September geplant, wie stellen Sie sich den Ablauf vor, wie viele Teilnehmer können an den Start gehen?

Frank Käfer: Ich denke, es ist noch ein bisschen zu früh um über die Einzelheiten des Ablaufs zu sprechen. Aber eines kann ich sagen, wir wollen da richtig was hinbekommen. Mein Ziel ist es auch,  so viele Golfer wie möglich dazu zu motivieren, an den beiden Tagen teilzunehmen. Mir schwebt auch vor, dass wir an diesen beiden Tagen ebenso befreundete Nachbar-Clubs zu uns einladen, um möglichst viele Teilnehmer für den Zweck zu gewinnen. Die so genannten Greenfee-Gebühren würden wir an diesen beiden Tagen natürlich für Turnierteilnehmer wegfallen lassen.

Der GLC nimmt damit ja mal wieder eine Vorreiterrolle in der Oberpfalz ein – sollen die anderen Golfclubs in die Veranstaltung integriert werden oder ist es lediglich ein vereinsinternes Turnier?

Frank Käfer: Diese Rolle nehmen wir gerne an, außerdem sind wir es auch gewohnt, mit anzupacken und uns vorbildlich zu zeigen. Man muss aber schon auch ehrlich sein und zugeben, dass wir durch die Aktion auch auf unseren Club aufmerksam machen möchten, was auch völlig normal ist, da wir es ja für den Club tun. Dies nur für alle Besserwisser, die jetzt sofort wieder mit genau diesem Thema gekommen wären. Wir sind schon immer die gewesen, die mit der Fahne in der Hand vorangegangen sind und versucht haben, etwas zu bewegen. Symbolisch natürlich!

Was erhoffen Sie sich von diesem Turnier?

Frank Käfer: Ein Kracher wäre natürlich auch, wenn sich an diesem Wochenende im September alle bayerischen Golfclubs anschließen würden und selbiges bei ihnen vor Ort austragen! Wie gesagt, es ist noch zu früh, aber ich bin gerne bereit mit allen Verantwortlichen der bayerischen Vereine zu sprechen oder gar mit dem Bayerischen Golfverband zu organisieren! Es wird sich zeigen, wie wichtig es uns allen wirklich ist, Danke zu sagen! Wieder einmal wären wir in Bayern einen Schritt voraus, dies sollte auch unserm Ministerpräsidenten gefallen. Ich erhoffe mir von dem Turnier, oder vielleicht besser, von den Turnieren, dass so viele Menschen wie möglich daran teilnehmen und möglichst viel Geld für unsere jeweiligen Helfer vor Ort gesammelt wird. Des Weiteren hoffe ich auch, an den schlechten und leider teilweise berechtigten Klischees der Golfer zu arbeiten und diese wegzubekommen.

Gibt es schon konkrete Überlegungen, wem der Erlös zu Gute kommen soll?

Frank Käfer: Zunächst ist doch wichtig, dass wir erst einmal Erlöse einfahren und diese dann gerecht verteilen. Wir möchten hier niemanden benachteiligen, sondern einfach eine faire Lösung finden, die allen hilft. Natürlich können wir nicht für alle was tun, aber wir suchen nach einer zentralen und neutralen Organisation. Vielleicht können uns hier unsere Politiker mal weiterhelfen und Vorschläge unterbreiten. In diesem Zusammenhang möchte ich noch sagen, dass wir natürlich die Startgebühren eins zu eins weitergeben und nichts für die Veranstaltung einbehalten. Es wird also nicht ohne freiwillige Helfer und Sponsoren für diesen Zweck gehen. Wir suchen also noch Leute die Essen, Getränke und Preise für die Turnierteilnehmer spenden. Sollte es gelingen, wie ich mir das vorstelle, versuchen wir auch noch einige Promis dazu zu überzeugen, ein Zeichen zu setzen. Es gibt ja genug Promis, die gerne golfen und bereit sind 30 Euro Startgeld zu zahlen.